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Die römisch-katholische Kirche
[964] Die Aufgabe Marias gegenüber der Kirche läßt sich von ihrer Vereinigung mit Christus nicht trennen, sondern ergibt sich direkt aus ihr. "Diese Verbindung der Mutter mit dem Sohn im Heilswerk zeigt sich vom Augenblick der jungfräulichen Empfängnis Christi bis zu seinem Tod". Sie ist besonders offensichtlich in der Stunde seines Leidens. "Auch die selige Jungfrau ging den Pilgerweg des Glaubens. Ihre Vereinigung mit dem Sohn hielt sie in Treue bis zum Kreuz, wo sie nicht ohne göttliche Absicht stand, heftig mit ihrem Eingeborenen litt und sich mit seinem Opfer in mütterlichem Geist verband, indem sie der Darbringung des Schlachtopfers, das sie geboren hatte, liebevoll zustimmte.... [966] "Schließlich wurde die unbefleckte Jungfrau, von jedem Makel der Erbsünde unversehrt bewahrt, nach Vollendung des irdischen Lebenslaufs mit Leib und Seele in die himmlische Herrlichkeit aufgenommen und als Königin des Alls vom Herrn erhöht, um vollkommener ihrem Sohn gleichgestaltet zu sein, dem Herrn der Herren und dem Sieger über Sünde und Tod"... [968] Ihre Aufgabe gegenüber der Kirche und der ganzen Menschheit geht aber noch darüber hinaus. Sie hat "beim Werk des Erlösers in ganz einzigartiger Weise in Gehorsam, Glaube, Hoffnung und brennender Liebe mitgewirkt, das übernatürliche Leben der Seelen wiederherzustellen. Deswegen ist sie uns in der Ordnung der Gnade Mutter" [969] "Diese Mutterschaft Marias in der Gnadenökonomie dauert unaufhörlich fort, ... Denn nach ihrer Aufnahme in die Himmel hat sie diese heilbringende Aufgabe nicht niedergelegt, sondern fährt durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heils zu verschaffen ... Deshalb wird die selige Jungfrau in der Kirche unter den Titeln der Fürsprecherin, der Helferin, des Beistandes und der Mittlerin angerufen. [973] Durch ihr "fiat" das Maria bei der Verkündigung spricht und mit dem sie ihre Zustimmung zum Mysterium der Menschwerdung gibt, wirkt sie schon am Werk mit das ihr Sohn vollbringen soll. Sie ist Mutter überall da wo er Erlöser und Haupt des mystischen Leibes ist. Aus dem katholischen Katechismus
Welch wichtige Rolle mittlerweile "Maria" in Glaubensleben der katholischen Kirche und deren Lehre spielt - und wie innig in dessen Folge viele Katholiken "Maria" oft in ihr Herz geschlossen haben, wird einerseits in der vielfältig gelebten Marienfrömmigkeit sichtbar - andererseits aber auch in Texten verschiedener Gebete, welche an "Maria" gerichtet sind.
Hier ein Beispiel eines nur sehr kurzen Mariengebetes:
Dieses Mariengebet aus dem 17. Jahrhundert umrahmt das damalige katholische Bild von "Maria", welches heute jedoch bereits um zwei weitere Mariendogmen - nämlich jenem der "unbefleckten Empfängnis" und der "leiblichen Aufnahme in den Himmel", ergänzt wurde. Obwohl ich selbst nun auch in meiner Zeit als Katholik nie einen besonders innigen Bezug zu dieser "katholischen Maria" hatte, war ich doch durch mein Elternhaus und durch das kirchliche Leben in der ländlichen Pfarrgemeinde bis zu einem bestimmten Grad in diese Marienfrömmigkeit mit hineingenommen. Ich gestehe aber auch offen ein, zu jener Zeit auch noch kein besonderes Problem in all diesen Dingen gesehen zu haben. Daher lies ich diese Frömmigkeit zu "Maria" mehr oder weniger unbeteiligt an mir vorbei gehen, und lies auch die Lehre meiner damaligen Kirche über "Maria" ohne größere Kritik einfach stehen.
Lese ich heute in der Bibel, so finde ich dort in Maria ein junges jüdisches Mädchen, dass vor dem Engel Gabriel in gewiss gut nachvollziehbarer Weise zunächst erst einmal erschrak, als dieser ihr folgende Botschaft brachte: ... Fürchte dich nicht, Maria! Denn du hast Gnade bei Gott gefunden. ...Und siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären ....
In der Zwischenzeit lag ein ganz gewiss nicht einfaches Leben, welches zunächst von Flucht - und später von so manchen Sorgen, Überraschungen und auch Unverständnis geprägt war.
Was aber wurde nun in der katholischen Kirche aus jenem - einst einfachen jüdischen Mädchen, welches zunächst vor Gott GNADE fand (Lukas 1,31), welches sich über ihren RETTER freute (Lukas 1,47), welche sich selbst als MAGD DES HERRN sah (Lukas 1,38/48) und zuletzt auf Jesus verwies und sagte: "Was ER euch sagt, das tut!" ??
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