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Seite 2 von 2 "Maria" näher betrachtet ...
Meilensteine der katholischen Marienfrömmigkeit:
1. Konzil von Ephesus 431 - Maria theotokos = "Mutter Gottes"
Über ein weiteres Mariendogma wird innerhalb der katholischen Kirche seit einiger Zeit nachgedacht, nämlich über das Dogma - "Maria Miterlöserin". Ansätze und grundlegende Gedanken dahingehend finden sich bereits in vielen Dokumenten und Lehraussagen - und auch innerhalb der katholischen Kirche scheint die Bereitschaft und die Akzeptanz für dieses Dogma zuzunehmen. Wenngleich Rom hier vielleicht auch aus "diplomatischer Rücksicht" auf ökumenische Aktivitäten zur Zeit noch etwas zögert, sehe ich es persönlich lediglich als eine Frage der Zeit - bis auch diese Lehre dogmatisch verankert wird.
Diese vier bisherigen Säulen der katholischen Mareinfrömmigkeit werden nun begleitet und "beleuchtet" durch eine ganze Reihe von Titulierungen und Bezeichnungen für "Maria". Einen kleinen Einblick dazu finden wir u.a. in der sogenannten "lauretanische Litanei" wo "Maria" in folgenden Worten angerufen wird:
Neben dieser langen - aber dennoch unvollständigen Reihe marianischer Titulierungen, gibt es auch einige sehr gewichtige - und mit bestimmten "Funktionen" in Verbindung stehende Titulierungen.... Die katholische Kirche lehrt "MARIA" als "Mittlerin" und hält ihre Mitglieder dazu an, besonders hinsichtlich der Gnaden sich ganz an Maria zu wenden.
In einen Rundschreiben von Papst Leo XIII (1892) lesen wir dazu:
Jene "Gnadenfülle", welche "Maria" hier angeblich besitzt und verwaltet entstammt nach Papst Pius XII. aus folgenden Umstand: "Sie hat, frei von jeder persönlichen oder erblichen Verschuldung und immer mit ihrem Sohn aufs innigste verbunden, Ihn auf Golgatha zusammen mit dem gänzlichen Opfer ihrer Mutterrechte und ihrer Mutter- liebe dem Ewigen Vater dargebracht als neue Eva für alle Kinder Adams, die von dessen traurigem Fall entstellt waren. So ward sie, schon zuvor
In dieser Lehre wird der Boden der biblischen Wahrheit nicht nur verlassen, sondern auch in sehr exzessiver Weise dem klaren Wort Gottes in zentralen Aussagen widersprochen! Die katholische Kirche lehrt in diesem Zusammenhang im klaren Widerspruch zur Bibel, dass jenes Opfer unseres Herrn Jesus am Kreuz allein nicht ausreiche - sondern das "Mitleiden Marias" hier das angeblich sonst noch "unvollkommene Opfer" Jesu um einen gewissen Teil zu seiner vollen Genügsamkeit ergänzen müsste. Somit hätte nach dieser (in meinen Augen äußerst lästerlichen!) Lehre auch Maria Anteil am Versöhnungsopfer Gottes. Wenn wir aber erkennen, dass auch Maria einen Heiland brauchte (Lukas 1,47), sollte jedem klar werden, dass Maria hier die falsche Adresse ist und uns NUR JESUS Gnade schenken kann! Die Bibel führt hinsichtlich Gnade und Heil NIE zu Maria - sondern IMMER UND AUSSCHLIESSLICH ZU JESUS: Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus. 1. Tim 2,5 Und es ist in keinem anderen das Heil; denn es ist kein anderer Name unter dem Himmel den Menschen gegeben, in dem wir gerettet werden sollen! Apostelgeschichte 4,12
Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater als nur durch mich! Johannes 14,6 Die katholische Kirche lehrt "MARIA" als "Fürsprecherin" und sagt ihren Mitglieder, "daß Jesus seiner Mutter keine Bitte abschlagen würde und sie deswegen als "Fürsprecherin" oder "Mittlerin"anzurufen sei." Damit aber vermittelt die katholische Kirche den Eindruck, daß der Herr Jesus uns zu hoch und zu fern sei, und wir deshalb einer "mitfühlenderen" weiblichen Person bedürfen, die dem Menschen nahe ist - und welche als Fürsprache beim Herrn für uns angeblich mehr erreichen würde, als wenn wir uns selbst vertrauensvoll an Jesus wenden würden. Durch diese Lehre wird "Maria" aber zwischen den Menschen und Jesus gedrängt und eine äußerst ungesunde Distanz zu unserem einzigen wahren Mittler und Fürsprecher geschaffen!
Wenn Maria von Gott zweifellos mit einer ganz besonderen und herausragenden Aufgabe bedacht wurde, teilte sie dennoch in ihrer eigenen Selbsteinschätzung ganz offensichtlich nicht ihre heutige Darstellung durch die katholischen Kirche, sondern erkannte vielmehr: Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freut sich über Gott, meinen Retter, dass er angesehen hat die Niedrigkeit seiner Magd; denn siehe, von nun an werden mich glückselig preisen alle Geschlechter! Lukas 1,47-48
An keiner Stelle gibt die Bibel Grund zum Gedanken, Maria wäre unsere Fürsprecherin. Wer will verurteilen? Christus [ist es doch], der gestorben ist, ja mehr noch, der auch auferweckt ist, der auch zur Rechten Gottes ist, der auch für uns eintritt! Röm. 8,34 Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt! Und wenn jemand sündigt, so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten 1. Johannes 2,1 Daher kann er auch diejenigen vollkommen erretten, die durch IHN zu Gott kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten. Hebräer 7,25 Der unterschwellige katholische Lehre - Jesus wäre zu weit und zu unnahbar und Gebete zu Maria würden eher erhört als eine vertrauensvolle Hinwendung zu unserem Herrn - wird in der Bibel kein Raum gegeben. Vielmehr lesen wir: Daher musste er in jeder Hinsicht den Brüdern ähnlich werden, damit er ein barmherziger und treuer Hoherpriester würde in dem, was Gott betrifft, um die Sünden des Volkes zu sühnen; denn worin er selbst gelitten hat, als er versucht wurde, kann er denen helfen, die versucht werden. Hebräer 2,17-18 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise [wie wir], doch ohne Sünde. Hebräer 4,15
Das Wort Gottes führt uns daher nie zu Maria, sondern immer EINZIG UND ALLEIN ZU JESUS! Nicht zuletzt wurde "Maria" von der katholischen Kirche auch in vielerlei Weise "gekrönt" - u.a. als Königin der Engel, der Patriarchen, der Propheten, der Apostel, der Märtyrer, der Bekenner, der Jungfrauen, aller Heiligen, des Rosenkranzes, der Familien, des Friedens, des Alls - aber auch als "Himmelskönigin" Abgesehen vom Unbehagen darüber, dass auch hier einmal öfter die Aufmerksamkeit in massiver Weise von Jesus auf Maria umgelenkt wird, entsteht wohl unter Bibelkundigen ein besonderes Augenmerk auch hinsichtlich der Bezeichnung "Himmelskönigin".... Der Grund dazu findet sich im 7. Kapitel vom Buch Jeremia im alten Testament, wo geschrieben steht: Du aber sollst für dieses Volk keine Fürbitte einlegen, sollst weder Flehen noch Gebet für sie erheben und nicht in mich dringen; denn ich werde dich keineswegs erhören! Siehst du denn nicht, was sie in den Städten Judas und auf den Straßen von Jerusalem tun? Die Kinder lesen Holz zusammen, und die Väter zünden das Feuer an, die Frauen aber kneten Teig, um der Himmelskönigin Kuchen zu backen; und fremden Göttern spenden sie Trankopfer, um mich zu ärgern. Ärgern sie denn mich damit, spricht der HERR, und nicht vielmehr sich selbst, damit sie zuschanden werden? Darum, so spricht GOTT, der Herr: Siehe, mein Zorn und mein Grimm wird sich über diesen Ort ergießen, über die Menschen und über das Vieh, über die Bäume des Feldes und über die Früchte der Erde, und er wird unauslöschlich brennen! Jeremia 7,16-20 Jeremia versuchte daraufhin das Volk Israel von diesem Götzendienst abzubringen. Jenes Volk blieb jedoch starrköpfig und antwortete ihm: Was das Wort angeht, das du im Namen des HERRN zu uns geredet hast, so wollen wir nicht auf dich hören; sondern wir wollen gewisslich alles das tun, was wir gelobt haben: Wir wollen der Himmelskönigin räuchern und ihr Trankopfer ausgießen, wie wir, unsere Väter, unsere Könige und unsere Fürsten es in den Städten Judas und auf den Straßen Jerusalems getan haben; damals hatten wir Brot in Fülle, und es ging uns gut, und wir erlebten kein Unheil! Sobald wir aber aufhörten, der Himmelskönigin zu räuchern und Trankopfer auszugießen, hat es uns überall gefehlt, und wir wurden durch Schwert und Hungersnot aufgerieben. Und wenn wir der Himmelskönigin räuchern und Trankopfer ausgießen, tun wir das etwa ohne den Willen unserer Männer, dass wir ihr Kuchen backen, um sie abzubilden, und ihr Trankopfer spenden? Jeremia 44,15-19 Das die Himmelskönigin und deren Verehrung bereits zur Zeit Jeremias das Volk Gottes in den Götzendienst trieb, ist eine biblische Tatsache. Das diese Verehrung nicht nur eine sentimentale Frömmigkeit war, sondern auch damals schon eine reale Kraft hinter diesen Dingen stand, erkennen wir hier ebenso klar und sollte die Menschen auch hinsichtlich der Marienerscheinungen in unserer Zeit hellhörig machen!
Da bereits eine oberflächliche Betrachtungen der Geschehnisse rund um die "Marienerscheinungen" an den vielen verschiedenen Erscheinungsorten den Rahmen hier völlig sprengen würden, möchte ich an dieser Stelle auf das Buch "Maria - Botschaften an die Welt" unter den Buchtipps verweisen. Dieses befasst sich ausführlicher mit den Botschaften dieser Erscheinungen - konfrontiert diese mit dem Licht der Bibel, und überführt so den tatsächlichen Geist dieser Manifestationen.
Die katholische Kirche lehrt "MARIA" auch als "Schlangenzertreterin" und vermittelt diese Lehre nicht nur in Gebeten, Lehre und Betrachtungen, sondern bringt dieses Sichtweise häufig auch in Bildern und Darstellungen zum Ausdruck, in welchen Maria auf einer Schlange stehend dargestellt wird. Dabei stützt sie sich auf die Verheißung in 1. Mose 3,15: Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen: ER wird dir den Kopf zertreten, und du wirst IHN in die Ferse stechen
Da die katholische Kirche durch die Jahrhunderte immer mehr Ehre und Aufmerksamkeit von Jesus auf Maria umlenkte und Zusagen unseres Herrn Jesus zunehmend auf "Maria" übertrug, ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass sie auch hier die Verheißung des Messias im Mose 3,15 VERÄNDERTE und auf "Maria" ummünzte! Die Bibel sagt uns aber ganz klar, dass nicht "MARIA" der Schlange den Kopf zertreten hat - sondern ER - nämlich JESUS! Ein sehr gepflegtes und häufig gebrauchtes Argument der katholischen Kirche ist wohl die Phrase - "...durch Maria zu Jesus!" Obwohl uns die Bibel dazu ermutigt und auffordert, mit unseren Gebeten und Anliegen DIREKT ZU JESUS zu gehen, entspricht die Praxis vieler Katholiken - mit diesen dann doch eher zu "Maria" zu gehen, durchaus katholischer Lehre, da "Maria" in dieser Kirche in völlig unbiblischer Weise zwischen Mensch und Jesus eingefügt wurde! Maria" wird als die Mittlerin zu Jesus gelehrt, als die "Fürsprecherin" vor Jesus - aber auch in umgekehrter Richtung als jene, von welcher der Katholik angeblich alles empfangen kann, was er für sein Glaubensleben braucht. Man könnte es in gewisser Weise mit einer Firma vergleichen, wo man dem "ferne stehenden und mächtigen Chef" nur in Ausnahmefällen mit seinen Anliegen und Bedürfnissen "belästigt" und die meisten Dinge eher über seine "gut bekannte - und einem näher stehende Sekretärin" abwickelt. Lesen wir aber die Bibel und machen wir uns die Liebe und Barmherzigkeit unseres Herrn in jener Tatsache bewusst, dass er für die Sühnung unserer Sünden ans Kreuz ging um uns so auf diese einzig mögliche Weise zu erretten, so wird uns sehr schnell klar, wie nahe uns JESUS doch ist und mit wie viel Vertrauen wir zu IHM PERSÖNLICH gehen dürfen.
Im ernsthaften Zweifel darüber - "Maria würde die Menschen zu Jesus führen" wird meiner Überzeugung nach in Wirklichkeit eine FALSCHE MARIA zwischen Gott und Menschen gestellt, welche keinerlei Wesenszüge der einstigen biblischen Maria mehr trägt - sondern im vollen Kontrast dazu an verschiedenen Erscheinungsorten Glaubensdogmen für ihre eigene Verehrung fordert, durch den Rosenkranz und viele andere Gebete zu sich beten lässt, sich selbst Kirchen und Wallfahrsorte errichten lässt, sich in Statuen und Bildern verehren lässt, Medalien und Skalpuliere mit "besonderer Kraft" in Umlauf bringen lässt, und sich selbst auf diese Weise zu einem Abgott erhebt und unseren Herrn Jesus mehr und mehr zur Seite stellt! Wie wir gesehen haben finden wir das Phänomen der Verehrung einer "Himmelskönigin" bereits im alten Testament ( Jeremia 7,16-20 ), wo wir auch erfahren, dass Israel darin FREMDEN GÖTTERN opferte und so den Zorn Gottes auf sich zog. Blicken wir zudem auch noch einwenig über den eigenen Tellerrand hinaus - und in andere heidnische Religionen hinein, so finden wir auch dort sehr häufig die Verehrung vom "Muttergottheiten" ( Isis, Diana, Arthemis, Athene, ...) Es scheint, dass die Verehrung von "mütterlichen Gottheiten" dem Menschen offensichtlich sehr nahe liegt.
Lesen wir nun in der Bibel, so stoßen wir im Lukasevangelium auf eine Stelle, wo man bereits zur Zeit Jesus erste zarte Ansätze der uns heute bekannten Marienfrömmigkeit finden kann: Es geschah aber, als er dies redete, da erhob eine Frau aus der Volksmenge die Stimme und sprach zu ihm: Glückselig ist der Leib, der dich getragen hat, und die Brüste, die du gesogen hast! Lukas 11,27 Dass die heute praktizierte Marienfrömmigkeit der katholischen Kirche nicht bis auf die urchristlichen Gemeinden zurückgeht, sondern diese Frömmigkeit vielmehr erst im Laufe der Jahrhunderte nach und nach immer weiter zur heutigen Form angewachsen ist, ist geschichtlich belegt. Dass in diesem Prozess auch sehr viele heidnische Einflüsse aus anderen Religionen breiten Einzug gefunden haben, ist nicht nur meine Überzeugung.
Die oftmaligen Begründungen der Mariologie durch Geschichte, Legenden und Traditionen und die gleichzeitig dünnen biblischen Aussagen über Maria, machen es der katholischen Kirche eher schwer, ihre schwerwiegende und ausgedehnte Lehre über Maria biblisch zu stützen. Daher betont die katholische Kirche, dass sie ihre Sicht zu Maria in vielen Punkten auch eher durch eine Gesamtschau ableitet. Wie wir an vielen Lehraussagen erkennen können, stützt sie sich hierbei auch sehr stark auf die leibliche Verwandtschaft zwischen Jesus und Maria - und leitet in weiterer Folge viele ihrer Überlegungen aus rein menschlichen Betrachtungsweisen und Überlegungen zu diesem Verwandtschaftsverhältnis ab.
Obwohl wir wissen, dass Jesus ein Wunder wirkte und Wasser in besten Wein verwandelte, antwortete er Maria hier mit: "Frau, was habe ich mit dir zu tun?" Einen weiteren Beleg für die untergeordnete Bedeutung verwandtschaftlicher Verhältnisse finden wir bei Matthäus 12,46-50, wo geschrieben steht: Während er aber noch zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden! Er aber antwortete und sprach zu dem, der es ihm sagte: Wer ist meine Mutter, und wer sind meine Brüder? Und er streckte seine Hand aus über seine Jünger und sprach: Seht da, meine Mutter und meine Brüder! Denn wer den Willen meines Vaters im Himmel tut, der ist mir Bruder und Schwester und Mutter!
Auch hier sagt Jesus ganz klar, dass leibliche Verwandtschaft keine Bedeutung im Reich Gottes hat, sondern dort andere Verbindungen gelten, welche nicht leiblich, sondern vielmehr geistlich geknüpft sind. Es wird hier auch deutlich, dass Maria im krassen Gegensatz zur katholischen Lehre keinerlei Vorzug unter den Gläubigen hatte!
Wie bereits erwähnt, gibt die katholische Kirche zu, ihre Lehren und Dogmen eher an einer Gesamtschau auf Maria abzuleiten. Dennoch müssen Lehraussagen zum Glauben immer auch einer objektiven Prüfung durch die Bibel standhalten. Eine Begründung durch das Glaubenszeugnis bzw. die Glaubenspraxis der Kirche selbst ergibt lediglich einen Zirkelschluss, und ist als Grundlage für eine Beurteilung solche Lehraussagen gewiss in keiner Weise geeignet. Daher im Folgenden nun auch noch eine kurze biblische Beleuchtung der zentralen katholischen Glaubenslehren zu "Maria" ....
Es mag sein, dass damalige Befürworter jener Glaubensfestlegung von "Maria - der Gottesgebärerin" durchaus gute Absichten verfolgten - da damals durch den Arianismus auch ein heftiger Streit darüber ausgebrochen war, wie Jesus in seiner Person zu sehen ist.
Es ist natürlich legitim und völlig richtig, Maria als die Mutter Jesu - die Mutter des Herrn zu nennen, wie es auch Elisabeth tat. Es ist meiner Überzeugung nach aber notwendig, hier jene feine Differenzierung nicht aus den Augen zu verlieren, welche Maria als jene Frau sieht, welche den MENSCHEN Jesus - aber ganz gewiss nicht GOTT geboren hatte. Daher finde ich sowohl die Bezeichnung der "Gottesgebärerin" sehr unglücklich, da sie jene Differenzierung eher verdeckt - als auch die Bezeichnung "Gottesmutter", da Gott keine Mutter hat und Maria ein menschliches Geschöpf war, so wie jeder andere Mensch auch. Es standen aber bei dem Kreuz Jesu seine Mutter und die Schwester seiner Mutter, Maria, die Frau des Klopas, und Maria Magdalena. Johannes 19,25 Diese alle blieben beständig und einmütig im Gebet und Flehen, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern. Apostelgeschichte 1,14
In diesem Zusammenhang von Bedeutung ist sicher auch, dass in der Bibel Jesus Maria nicht als Mutter, sondern als "Frau" ansprach: Jesus spricht zu ihr: Frau, was habe ich mit dir zu tun? Meine Stunde ist noch nicht gekommen! Johannes 2,4
Ist Maria die "immer jungfräuliche Gottesgebärerin"? Diese Tatsache gilt es - entgegen allen bibelkritischen Angriffen - zu bewahren und zu bezeugen! Doch geht die katholische Kirche hier noch einen Schritt weiter und somit über die Schrift hinaus, wenn sie lehrt - Maria sei auch bei der Geburt Jesu Jungfrau geblieben und Maria hätte mit Joseph auch nach der Geburt Jesus nie geschlafen, so dass Maria auch weiterhin Jungfrau blieb. In der Bibel finden wir jedoch bereits im Anfang des Evangeliums Hinweise, welche an dieser Lehre mehr Zweifel lässt, als sie zu bestätigen wenn geschrieben steht: Als nun Joseph vom Schlaf erwachte, handelte er so, wie es ihm der Engel des Herrn befohlen hatte, und nahm seine Frau zu sich; und er erkannte sie nicht, bis sie ihren erstgeborenen Sohn geboren hatte; und er gab ihm den Namen Jesus. Matthäus 1,24-25 Dieser Vers ist an sich gewiss nicht in jenem Maße aussagekräftig, um hier die Lehre der "immerwährenden Jungfrau" zu widerlegen. Betrachten wir diesen Bibelvers aber in Verbindung mit einer ganzen Reihe weiteren Aussagen der Bibel, welche uns bezeugen - dass Jesus auch noch weitere Halbgeschwister hatte, so bekommt der biblische Bericht jenes Gewicht, welches jenes Dogma in den biblischen Schatten stellt: Ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder von Jakobus und Joses und Judas und Simon? Und sind nicht seine Schwestern hier bei uns? Markus 6,3 Während er aber noch zu dem Volk redete, siehe, da standen seine Mutter und seine Brüder draußen und wollten mit ihm reden. Da sprach einer zu ihm: Siehe, deine Mutter und deine Brüder stehen draußen und wollen mit dir reden! Matthäus 12,46-47 Denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht zugleich öffentlich bekannt zu sein. Wenn du diese Dinge tust, so offenbare dich der Welt! Denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn. Johannes 7,4-5 Diese alle blieben beständig und einmütig im Gebet und Flehen, zusammen mit den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und mit seinen Brüdern. Apostelgeschichte 1,14 Ich sah aber keinen der anderen Apostel, nur Jakobus, den Bruder des Herrn. Galater 1,19 Die katholische Kirche versucht nun, diese klaren Aussagen durch die Behauptung zu entkräften, "es würde sich hier nicht wirklich um die leiblichen Brüder Jesu - sondern vielmehr um seine Cousins handeln". Das aber ist aus meiner Sicht völlig aus der Luft gegriffen, da es einerseits im damaligen Sprachgebrauch für "Cousins" ein anderes Wort gab als jenes, welches hier für "Brüder" verwendet wird - andererseits die zentrale und gewichtige Aussage dieser Verse völlig verloren ginge, und diese aus der Sicht der katholischen Auslegung rein gar nichts mehr aussagen würden.
Wenn wir Maria so sehen, wie die Bibel sie uns beschreibt - und wir nicht über die Bibel hinausgehen, indem wir ihr einen gottähnlichen Status andichten wollen, dann ist es auch völlig unwichtig, ob Maria noch weitere Kinder zur Welt brachte oder nicht - ob sie Jungfrau blieb oder nicht. Wenn wir aber Maria zu einem Abgott machen, dann sind solche Fragen tatsächlich relevant. Wir müssen uns daher wohl auch fragen, was viele Menschen dazu bewegt - an solchen Lehren festzuhalten. Im Gegensatz zu der selbst unter vielen Katholiken oft verbreiteten Meinung, ist mit der "unbefleckten Empfängnis" NICHT die Empfängnis Jesu gemeint, sondern die Empfängnis Marias! Das Dogma von der "unbefleckten Empfängnis" wurde im Jahr 1854 durch Papst Pius IX ausgesprochen und als unfehlbar erklärt. Dieses Dogma besagt, dass Maria durch ein besonderes Handeln Gottes ("unbefleckten Empfängnis") von Anfang an von der Erbsünde bewahrt blieb - sie dadurch nicht unter der Herrschaft der Sünde stand, und in weiterer Folge auch in ihrem Leben keine einzige Sünde begangen hatte.
Diese Lehre fasste die katholische Kirche in folgende Worte:
Die katholische Kirche beleuchtet das Dogma der "unbefleckten Empfängnis" durch die Bulle "INEFFABILIS DEUS". Obwohl uns die gesamte Bibel keinerlei Hinweise gibt, welche derartige Lehraussagen bestätigen würden, lesen wir in diesem katholischen Begleitdokument unter anderem: Somit ist es also nicht verwunderlich, daß diese Lehre so sehr Verstand und Herz unserer Vorfahren ergriff, daß sie in einzigartiger Weise zu Worten und Ausdrücken greifen, die häufig die Gottesmutter gerade als die Unbefleckte feiern, als die Unschuldige und Unschuldigste, die Makellose und gänzlich Makellose, die Heilige und die von aller Unreinheit der Sünde vollkommen Freie, die ganz Reine und ganz Unversehrte, als die Wesensgestalt sozusagen der Schönheit und Unschuld selbst. Sie nennen Maria schöner als die Heiligkeit, die allein Heilige, die ganz Reine an Seele und Leib, die, welche alle Unschuld und Jungfräulichkeit übertroffen hat, die allein ganz die Wohnung aller Gnaden des Heiligen Geistes geworden ist, die Gott allein aufgenommen hat, die über allen steht, die von Natur aus schöner, vollendeter und heiliger ist als selbst die Cherubim und Seraphim und das ganze Heer der Engel, die zu preisen die Zungen des Himmels und der Erde keineswegs genügen.
War Maria wirklich ohne Sünde? Darüber hinaus geben auch andere Bibelstellen keinen Grund zur Annahme, dass Maria eine Ausnahme unter den Menschen darstellte und im Gegensatz zu anderen Menschen sündlos gewesen sein soll. Es wird von der Bibel vielmehr die Ausnahmslosigkeit der menschlichen Sündhaftigkeit betont, wenn geschrieben steht: Es ist keiner gerecht, auch nicht einer; es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Sie sind alle abgewichen, sie taugen alle zusammen nichts; da ist keiner, der Gutes tut, da ist auch nicht einer! Römer 3,10-11 Denn es ist kein Unterschied; denn alle haben gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten. Römer 3,22-23 Darum, gleichwie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und durch die Sünde der Tod, und so der Tod zu allen Menschen hingelangt ist, weil sie alle gesündigt haben Römer 5,12 Die ganze Welt ist vor Gott SCHULDIG! Daher war JESUS DER EINZIGE, der in der Lage war, stellvertretend für uns am Kreuz zu sterben, weil ER DER EINZIGE OHNE SÜNDE war, und nur ein Gerechter stellvertretend für den Ungerechten die Strafe tragen konnte - um so die von Gott geforderte Gerechtigkeit zu erfüllen!
Er hat keine Sünde getan, es ist auch kein Betrug in seinem Mund gefunden worden. Und ihr wisst, dass Er erschienen ist, um unsere Sünden hinwegzunehmen; und in ihm ist keine Sünde. 1. Johannes 3,5 Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der kein Mitleid haben könnte mit unseren Schwachheiten, sondern einen, der in allem versucht worden ist in ähnlicher Weise [wie wir], doch ohne Sünde. Hebräer 4,15 Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm [zur] Gerechtigkeit Gottes würden. 2. Korinther 5,21
Wäre Maria tatsächlich durch eine besondere Geburt von Anfang an sündlos gewesen, so hätte auch sie als Mensch uns erlösen können, da auch sie damit die notwendige Voraussetzung gehabt hätte. Warum aber hätte Gott dann SEINEN SOHN (!!!) am Kreuz dahingegeben - wenn auch jemand anderer (eines seiner Geschöpfe) diese notwendige Voraussetzung der Reinheit und Sündlosigkeit gehabt hätte ??
JESUS war als Mensch gehorsam bis ans Kreuz und tat den Willen des Vaters. Hätte es jemals außer Jesus einen zweiten sündlosen Menschen auf Erden gegeben, so wäre es dem Vater möglich gewesen, diesen Kelch an Jesus vorübergehen zu lassen.
Die vorläufig letzte marianische Dogma - "Maria Himmelfahrt",
Obwohl die Aussage dieses Dogmas doch sehr gewichtig ist, finden wir in der Bibel keine Aussagen über eine allfällige Himmelfahrt Marias. Sucht man nach jenen Begründungen, durch welche die katholische Kirche dieses Dogma dennoch zu stützen versucht, so findet man zum einen einige alte Legenden, welche ca. im 5 Jahrhundert wurzelten und sich schließlich besonders stark ab dem 7. Jahrhundert manifestierten.
Mit der Stützung auf diese Legenden ergab sich jedoch ein Problem - da die Bibel ganz klar lehrt, dass der Tod die Folge der Sünde ist - was wiederum bewiesen hätte, dass auch Maria eine - wenn auch begnadigte Sünderin war. Dieser offene Widerspruch zwischen Bibel und Dogma führte zunächst auch unter katholischen Theologen zu einigen Unsicherheiten. Daher gingen einige von ihnen noch einen Schritt weiter und versuchten diesen Widerspruch in ihrer Ansicht aufzulösen, dass Maria nicht gestorben ist - sondern noch lebendig in den Himmel aufgefahren sei.
Das Thema "Legenden" ist nun nicht nur hinsichtlich mancher Dogmen relevant - auch die Bibel berichtet uns von Legenden wenn geschrieben steht: Denn es wird eine Zeit kommen, da werden sie die gesunde Lehre nicht ertragen, sondern sich selbst nach ihren eigenen Lüsten Lehrer beschaffen, weil sie empfindliche Ohren haben; und sie werden ihre Ohren von der Wahrheit abwenden und sich den Legenden zuwenden.
Die unheiligen Altweiberlegenden aber weise ab; dagegen übe dich in der Gottesfurcht!
Jesus war auf Erden ganz Gott und ganz Mensch, und so hat er als Mensch ganz gewiss seiner leiblichen Mutter jene Ehre entgegengebracht, welche auch das Gesetz forderte.
Wir wissen auch bereits u.a. aus Matthäus 12,50, dass leibliche Verwandtschaft im Himmelreich keine Bedeutung mehr hat, sondern sich die Bindungen durch die Beziehung zum Herrn ergeben. Daher ist auch die katholische Sonderstellung Marias biblisch nicht haltbar und führt in der Praxis vielmehr dazu, dass "Maria" zwischen Jesus und den Menschen gedrängt wird! Maria hat ganz gewiss unsagbaren Schmerz gelitten, als sie auf Golgatha unter dem Kreuz ihres zuvor bereits beinahe zu Tode geschundenen Sohnes stand. Maria war unmittelbar dabei, als unser Retter und Herr die Schuld für MEINE Sünden - für IHRE Sünden - für DEINE Sünden, und für die Sünden der ganzen Welt beglich, und ER so den geforderten Preis für die Sünde bezahlte - nämlich den TOD. Jene Beschreibung der demütigen und treuen Magd, welche uns die Bibel von Maria zeigt, kann uns gewiss auch in vielerlei Hinsicht ein großes Vorbild im Glauben sein. Doch bin ich persönlich der festen Überzeugung, dass jene tatsächliche Maria tief betroffen und traurig darüber wäre, wenn sie wüsste - was aus ihrem Gedächtnis gemacht wurde, welches in der Bibel zu lesen ist.
So bin ich der festen Überzeugung, dass Die Devise der katholischen Kirche - "durch Maria zu Jesus" ist aus meiner Sicht ein trauriges Ergebnis der katholischen Lehre, durch welche sich viele Menschen nicht mehr an JESUS - sondern an "Maria" wenden. Es ist aber auch gleichzeitig ein leeres Versprechen, welches seine Einlösung letztlich schuldig bleibt! GELEBTER GLAUBE IST EINE GELEBTE BEZIEHUNG ZUM HERRN JESUS, in welcher jene "katholische Maria" keinen Platz hat! Übertragen auf eine zwischenmenschliche Beziehung wäre das damit vergleichbar, als wenn man in einer Ehe nur über die Schwiegermutter mit dem jeweils anderen Partner kommunizieren würde. Ist hier aber noch jedem klar - dass so etwas nicht funktionieren kann, soll man in geistlicher Hinsicht im Bezug auf Maria jedoch nach katholischer Lehre annehmen und akzeptieren. Das aber konnte ich aus meiner erlebten Beziehung zu Jesus weder nachvollziehen, noch konnte ich diese Lehren mittragen - womit auch dieses Thema mit ein zentraler Grund für meinen Kirchenaustritt aus der katholischen Kirche war. Abschließend noch ein Text eines gewissen J.N Darby, welcher in einer seiner Aussagen die Sache auch aus meiner Sicht sehr schön auf den Punkt brachte, wenn dieser sagte:
"Ist Marias Herz denn empfindsamer und herablassender, als das Herz Einige abschließende persönliche Worte an dich ... Ich möchte dich nun abschließend einladen, die Bibel zur Hand zu nehmen und zu prüfen! Vertraue in Fragen der Ewigkeit nicht ungeprüft auf Menschen, sondern prüfe sowohl meine Aussagen als auch die Lehre der katholischen Kirche. Du kannst dich vor dem Richterstuhl Gottes nicht auf Menschen berufen, denn Gott hat dir sein Wort gegeben, an welchem du hättest prüfen und die Wahrheit herausfinden können. Bring dich nicht in die Situation, wo du einst vor Gott sagen musst: "Ich habe eben blind vertraut." oder "Ich hatte keine Zeit zu prüfen." oder gar "Es hat mich einfach nicht interessiert."
In Jeremia 29,13 gibt Gott uns ein großes und wunderbares Versprechen ...
Gerne würde ich auch deine Meinung zu dem hier Geschriebenen lesen.
Reinhold Keinberger |
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Betrachtet man die geschichtliche Entwicklung der katholischen Marienfrömmigkeit, so finden wir vier wichtige Meilensteine, welche als Grundlage für die heutige katholische Lehre über Maria gesehen werden können:
